Den medizinischen Nachwuchs von morgen fördern

Morija
  • 20. August 2026
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In Burkina Faso ermöglicht eine gezielte Unterstützung begabten, aber finanziell benachteiligten Medizinstudierenden, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschliessen.

In Westafrika ist der Weg zum Arztberuf anspruchsvoll und mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. In einem Land mit fast 24Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern stehen nur rund zwei Ärztinnen und Ärzte pro 10’000 Menschen zur Verfügung – in der Schweiz sind es 44. Jede ausgebildete Ärztin und jeder ausgebildete Arzt ist deshalb eine wertvolle Ressource für Tausende von Patientinnen und Patienten und für die Zukunft des Gesundheitssystems.

Trotz ihres Potenzials müssen einige der vielversprechendsten Studierenden ihr Studium abbrechen – ausgerechnet kurz vor dem Ziel. Nach mehreren Jahren intensiver Ausbildung werden die finanziellen Herausforderungen während der klinischen Ausbildungsphase oft besonders gross: Die Studierenden können kaum noch einer bezahlten Arbeit nachgehen, während gleichzeitig ihre Bedürfnisse steigen. Denn in dieser Phase müssen sie die notwendige medizinische Ausrüstung, Berufskleidung, einen Computer sowie ihre täglichen Lebenshaltungskosten finanzieren.

Eine Unterstützung, die Lebenswege verändert

Um genau diese entscheidende Hürde zu überwinden, wurde das Programm «Unterstützung für zukünftige Ärztinnen und Ärzte» im Jahr 2020 auf Initiative von Dr. Alain Mayor, einem Schweizer Arzt, ins Leben gerufen.

Seit Anfang 2026 gehört dieses Programm zu den von Morija begleiteten Projekten. Dank der Unterstützung von Schweizer Ärztinnen und Ärzten sowie der lokalen Koordination durch Dr. Koumbem in Ouagadougou können motivierte Studierende in schwierigen finanziellen Verhältnissen ihre Ausbildung bis zum Diplom fortsetzen.

Das Programm begleitet die Studierenden während der letzten beiden Ausbildungsjahre – einer besonders entscheidenden Phase. Jede unterstützte Person erhält ein monatliches Stipendium zur Deckung der wichtigsten Lebenshaltungskosten sowie die für die Spitalpraktika benötigte Ausrüstung: Stethoskop, Blutdruckmessgerät, Arztkittel, geeignetes Schuhwerk und weitere unverzichtbare Materialien. Ein Laptop sowie eine Schulung in Informatik und medizinischer Recherche ergänzen diese umfassende Begleitung.

Eine direkte Wirkung

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, was diese Unterstützung bewirken kann: Insgesamt wurden seit Beginn des Programms im Jahr 2020 bereits 33 Studierende unterstützt. Im ersten Halbjahr 2026 erhielten 13 Studierende Unterstützung, drei von ihnen haben inzwischen ihre Doktorarbeit erfolgreich abgeschlossen.

«Bevor sie Teil des Programms wurden, lebten viele dieser Studierenden in ständiger Sorge: Wie sollen sie ihre Unterkunft, ihre Verpflegung und Fahrten bezahlen oder sich auch nur das notwendige Material beschaffen, das sie für ihre Ausbildung im Spital benötigen?», erklärt Dr. Koumbem. «Von diesen Belastungen befreit, können sie sich endlich auf das Wesentliche konzentrieren: lernen, behandeln und sich darauf vorbereiten, ihrem Land zu dienen.»

Die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten ausbilden

Für Victor* kam die Unterstützung in einem entscheidenden Moment. «Meine Eltern mussten aufgrund der Unsicherheit ihre Heimat verlassen und konnten mich nicht mehr unterstützen. Ich hatte geplant, mein Studium vor der klinischen Ausbildungsphase abzubrechen. Das Stipendium hat mir ermöglicht, meine Ausbildung ohne Unterbrechung fortzusetzen und mit weniger Sorgen zu studieren.»

Auch Pierre*, der am Stadtrand von Ouagadougou lebte und keinen regelmässigen Zugang zu Wasser und Strom hatte, unterstreicht die Bedeutung dieser Unterstützung: «Dank des Stipendiums konnte ich eine Wohnung mit Strom und fliessendemWasser mieten und mein Studium in Ruhe fortsetzen. Die bereitgestellte medizinische Ausrüstung war mir bei der Betreuung der Patientinnen und Patienten eine grosse Hilfe.»

Eine Ärztin oder einen Arzt in Burkina Faso auszubilden bedeutet, weit mehr als in eine einzelne persönliche Erfolgsgeschichte zu investieren. Es bedeutet, einer ganzen Gemeinschaft bessere Möglichkeiten für den Zugang zu medizinischer Versorgung zu eröffnen – heute und für die kommenden Jahre. Hinter jedem erworbenen Diplom steht die Hoffnung Tausender Patientinnen und Patienten, die morgen von einer kompetenten, engagierten und gut ausgebildeten Ärzteschaft behandelt werden können.

*Namen geändert

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