Wie Ernährungszentren Kinder vor Mangelernährung retten

Morija
  • 19. Juni 2026
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In Burkina Faso bedroht Mangelernährung noch immer die Gesundheit vieler Kleinkinder. In den Ernährungszentren von Morija werden nicht nur die am stärksten gefährdeten Kinder medizinisch versorgt. Die Teams begleiten auch die Mütter, sensibilisieren die Familien und entwickeln nachhaltige Lösungen, um Mangelernährung langfristig vorzubeugen.

Als Maimouna mit ihrem Sohn Nathan im Ernährungszentrum in Ouagadougou ankam, war sie erschöpft. Seit Wochen litt der Kleine an Bauchschmerzen und wiederholtem Durchfall. Trotz mehreren Spitalaufenthalten hatte sich sein Zustand nicht gebessert, im Gegenteil: Er magerte ab, ass nur wenig und es ging ihm immer schlechter. «Ich war sehr traurig. Wir hatten bereits viel Geld für die Behandlung ausgegeben, und die ganze Familie war stark mitgenommen», erzählt sie.

Am 8. Mai 2026 wurde Nathan im Ernährungszentrum aufgenommen. Dank der dortigen Pflege, einer geeigneten therapeutischen Ernährung und einer täglichen Überwachung durch das medizinische Team kam er nach und nach wieder zu Kräften. Zehn Tage später hatte sich sein Zustand bereits deutlich verbessert und er wog fast 400 g mehr.

Kinder begleiten – und ihre Mütter

Doch im Ernährungszentrum von Morija ist es mit der medizinischen Behandlung nicht getan. Angesichts der Tatsache, dass die Unterernährung in Burkina Faso weiterhin ein verbreitetes öffentliches Gesundheitsproblem ist, agiert das Zentrum auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Behandlung der unterernährten Kinder, Sensibilisierung der Familien und Präventionsarbeit in der Bevölkerung.

Die schwächsten Kinder werden stationär aufgenommen, um ihnen therapeutische Milch und aus lokalen Produkten zubereiteten, mit Nährstoffen angereicherten Brei zu verabreichen. Eine weitere Gruppe wird regelmässig ambulant überwacht, bis die Kinder wieder vollständig genesen sind.

Jeden Tag nehmen die Mütter ausserdem an einem Austausch zu grundlegenden Themen teil: Säuglingsernährung, Stillen, Hygiene, Impfung, Prävention von Infektionskrankheiten. «Wir geben Ratschläge, spenden aber auch viel Trost», erklärt Mariam Yanogo, eine diplomierte Pflegefachfrau des Zentrums. «Was mich besonders freut ist, wenn ein Kind wieder gesund wird und seine Mutter wieder lächelt.»

Odette Congo, die seit vielen Jahren als Betreuerin im Zentrum tätig ist, begleitet die Mütter im Alltag. «Wir nehmen uns die Zeit, den Familien zuzuhören, sie zu ermutigen und ihnen zu zeigen, wie sie ihre Kinder besser ernähren und schützen können», erklärt sie.

Für Nathans Mutter Maimouna war diese menschliche Betreuung entscheidend: «Schon vom ersten Tag an fand ich Trost bei diesen Damen. Es hat mich sehr berührt, wie einfühlsam das Personal mit mir umgegangen ist und mir zugehört hat.»

Positive Auswirkungen weit über das Zentrum hinaus

Die Teams von Morija leisten auch wichtige Präventionsarbeit in verschiedenen Quartieren am Stadtrand von Ouagadougou. Gruppen von Schwangeren und jungen Müttern treffen sich regelmässig, um sich über die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern auszutauschen.

Diese Treffen ermöglichen die Behandlung konkreter Aspekte: Beikost, Zubereitung ausgewogener Mahlzeiten mit lokalen Produkten, Hygiene oder auch die Überwachung des Wachstums der Kinder. 2025 wurden 18 solche Gruppen geschaffen.

Gesundheit, Ernährung und ländliche Entwicklung aus einer Hand

Die Arbeit zur Bekämpfung von Unterernährung im Ernährungszentrum von Ouagadougou beschränkt sich jedoch nicht auf die medizinische Behandlung und die Sensibilisierung. Die Teams arbeiten auch gemeinsam mit den Programmen für ländliche Entwicklung von Morija, denn viele Familien haben nicht genügend Geld, um sich ausreichend und vielseitig zu ernähren.

2025 ermöglichte diese Synergie die Organisation mehrerer Schulungen für Frauen aus den Ernährungsgruppen. Fünfzig von ihnen wurden in Geflügelzucht ausgebildet, 118 in der Seifenherstellung und 181 in der Hors-sol-Produktion von Gemüse. Einige erhielten auch Material, um eine eigene Tätigkeit aufzubauen.

Diese Initiativen eröffnen den Familien neue Einkommensquellen, aber auch einen besseren Zugang zu vielseitiger Ernährung. Dadurch können sie ihr Einkommen erhöhen und ihren Kindern ausgewogenere Mahlzeiten zubereiten.

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