Der erst wenige Monate alte Abdoul Latif Z. wollte plötzlich nicht mehr essen.
Latif wurde im März 2024 im Dorf Nobéré geboren und war immer wieder krank. Seine Eltern, die in der Landwirtschaft arbeiten, suchten zunächst Hilfe imGesundheitszentrumund versuchten es auch mit traditionellen Heilmethoden. Doch trotz dieser Behandlungen blieb Latif weiterhin krank und verweigerte die Nahrung.
«Wenn ein Kind krank ist, leidet die ganze Familie», erzählt seine Mutter. Um ihren Sohn behandeln zu lassen, hatte die Familie bereits ihre Ersparnisse aufgebraucht und Hühner und Ziegen verkauft.
Schliesslich wandte sich die Familie an das Ernährungszentrum von Nobéré.
Latif blieb dort 14 Tage und wurde täglich von unserem Team betreut. Seine Ernährung wurde seinem Zustand angepasst: Zunächst erhielt er therapeutische Milch, um seinen Zustand zu stabilisieren. Danach bekam er angereicherte Breie, damit er nach und nach wieder an Gewicht und Kraft gewinnen konnte. Anschliessend wurde er schrittweise an angepasste Familienmahlzeiten gewöhnt, um wieder zu einer normalen Ernährung zurückzufinden.
Auch seine Mutter wurde eng in die Betreuung einbezogen. Im Zentrum erhielt sie praktische Ratschläge zu Hygiene, Ernährung und zur Vorbeugung von Mangelernährung. Sie nahm an Kochvorführungen teil und lernte Handgriffe und Methoden kennen, die sie zu Hause anwenden kann, um einer erneuten Mangelernährung vorzubeugen.

Nach seinem Aufenthalt wurde Latif vom Zentrum weiter betreut. Bei seinem letzten Kontrollbesuch am 24. Juni 2026 war er wieder vollkommen gesund.
Ihr grösster Wunsch ist es nun, ihren Sohn aufwachsen zu sehen und ihm den Schulbesuch zu ermöglichen. «Ich werde mein Kind gut ernähren und beschützen. Wenn es alt genug für die Schule ist, werde ich alles dafür tun, dass es zur Schule gehen kann.»
Latif ist kein Einzelfall. Jedes Jahr werden Hunderte Kinder mitMangelernährung in unseren Zentren aufgenommen. Sie brauchen Unterstützung, um wieder zu Kräften zu kommen und gesund aufzuwachsen. Die Behandlung half nicht nur Latif. Seine Mutter gewann zugleich Sicherheit und praktisches Wissen, um einer erneuten Mangelernährung vorzubeugen.
In den nächsten Tagen werden weitere Kinder ins Zentrum kommen. Ihre Spende hilft uns, sie aufzunehmen und zu behandeln.

« Ein Kind zu heilen, reicht nicht aus. Wir müssen auch seiner Familie das nötige Wissen vermitteln, damit die Mangelernährung nicht zurückkehrt. Deshalb arbeiten wir eng mit der Mutter zusammen, denn nach dem Aufenthalt im Zentrum führt sie die Betreuung ihres Kindes zu Hause weiter. Wir zeigen ihr, wie sie geeignete Mahlzeiten zubereiten kann, sprechen über Hygiene und beantworten ihre Fragen. Wenn ein Kind gesund nach Hause zurückkehrt und seine Mutter weiss, wie sie es schützen kann, wissen wir, dass unsere Arbeit – und Ihre Unterstützung! – Früchte getragen hat.»
Claude Yabré,
Direktor des Ernährungszentrums von Nobéré
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