In Guiè in Burkina Faso unterstützen Morija und der lokale Partner AZN schwangere Frauen und junge Mütter dabei, Unterernährung vorzubeugen. Lerngruppen, einkommensschaffende Aktivitäten und ein Ziegenzuchtprojekt stärken Familien nachhaltig und verbessern die Gesundheit ihrer Kinder.
Als ihr erstes Kind mit sechs Monaten krank wurde, fehlte Mariam das Geld, um es ins Gesundheitszentrum zu bringen. Wie viele Familien in ihrer Region wandte sie sich traditionellen Heilmitteln zu. «Wir verabreichten ihm Pflanzensud, aber er wurde nicht wieder gesund», erzählt sie.
Dann erfuhr sie von einem Treffen in ihrem Dorf für schwangere und stillende Frauen. Sie ging hin und lernte praktische und konkrete Massnahmen, um sich besser um ihre Familie zu kümmern.
Der Verein «Association Zoramb Naagtaaba» (AZN), dessen Name «Menschen, die sich begegnen» bedeutet, ist in elf Dörfern der Sahel-Region rund 60 km nördlich der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou tätig. Dieser Kleinbauernverein setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen im von der Ethnie der Mossi bewohnten Gebiet im Sahel, das stark unter Bodendegradation und der Belastung der natürlichen Ressourcen leidet, zu verbessern.
Seit 2019 bündeln Morija und AZN ihre Kräfte und setzen gemeinsam ein Ernährungsprogramm für Kleinkinder um. Es zielt darauf ab, Unterernährung vorzubeugen, indem den Familien die nötigen Kenntnisse und Mittel nähergebracht werden, um ihre Kinder besser versorgen zu können.
Lerngruppen
Im Zentrum des Programms stehen die «Lern- und Austauschgruppen für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern». Sie werden von Gesundheitsberaterinnen und geschulten Frauen geleitet und ermöglichen den Teilnehmerinnen, sich über wichtige Themen auszutauschen, vom ausschliesslichen Stillen über Fragen der Hygiene und der Ernährung für Schwangere und Kleinkinder bis zur Zubereitung von angereichertem Brei und der Früherkennung von Unterernährung.
In den letzten Jahren wurden 57 Gruppen mit insgesamt 855 Frauen in elf Gemeinden geschaffen. Die Teams konnten unter anderem eine Verbesserung der Stillpraxis beobachten sowie einen Anstieg der Besuchszahlen der Gesundheitszentren, eine bessere Einhaltung der Impftermine und einen schrittweisen Rückgang gewisser, wenig wirksamer traditioneller Mittel gegen Unterernährung.
Nicht zuletzt zeigen die Erkennungskampagnen auch einen deutlichen Rückgang der Fälle von Unterernährung im Einsatzgebiet.
Doch das Programm beschränkt sich nicht auf die Sensibilisierung. Im Bewusstsein, dass wirtschaftliche Prekarität die Gesundheit der Kinder beeinträchtigt, hat das Programmteam zusätzlich mehrere Aktivitäten für den Einkommenserwerb entwickelt. So wurden beispielsweise Frauen in der Seifenherstellung geschult. Damit verbessern sie heute die Hygiene ihrer Familie und tragen zum Haushaltseinkommen bei.
Ziegen für die Familien
Im März 2025 wurde ein neues Pilotprojekt gestartet: die Haltung von roten Maradi-Ziegen. Fünfundzwanzig schwangere oder stillende Frauen erhielten je ein Ziegen-Pärchen, nachdem die Gruppenbetreuerinnen entsprechend geschult worden waren. Die Milch dieser Ziegenrasse ist besonders nährstoffreich und damit eine wertvolle Ergänzung zu den Mahlzeiten für die bedürftigsten Familien. Gleichzeitig bietet ihnen die Ziegenhaltung eine Möglichkeit für ein langfristiges Einkommen.
Für Mariam sind die Veränderungen ein Jahr später im Alltag sichtbar: «Mein Sohn ist wieder vollkommen gesund und meiner ganzen Familie geht es gut. Wir achten stärker auf die Hygiene und unsere Kinder sind nicht mehr so oft krank.»
In Guiè wird nun also direkt in den Dörfern etwas gegen die Unterernährung unternommen. Die Grundlage dafür sind die Frauen, die Wissen erwerben, Erwerbstätigkeiten aufbauen und aus eigener Initiative die Gesundheit und die Ernährung ihrer Kinder verbessern.
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