In der König-Salomon-Schule in einer ländlichen Gemeinde im südlichen Tschad hat sich Vieles verändert. Seit die Einrichtung zu einer Regenbogenschule mit Unterstützung durch Morija geworden ist, hat sich der Alltag der Kinder, ihrer Lehrkräfte und der Familien tiefgreifend gewandelt.
In der König-Salomon-Schule in einer ländlichen Gemeinde im südlichen Tschad hat sich Vieles verändert. Seit die Einrichtung zu einer Regenbogenschule mit Unterstützung durch Morija geworden ist, hat sich der Alltag der Kinder, ihrer Lehrkräfte und der Familien tiefgreifend gewandelt.
Ein Programm, das das Schul- und Familienleben verändert
Das Programm der Regenbogenschulen, das Morija im Tschad und in Burkina Faso umsetzt, zielt darauf ab, die Schulbedingungen langfristig zu verbessern. Es basiert auf einem integrierten Ansatz, der die verschiedenen Einsatzbereiche von Morija miteinander kombiniert, von der Bildung bis zum Zugang zu Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung.
In der König-Salomon-Schule wird dies konkret umgesetzt. Es wurde ein Gemüsegarten angelegt, der frisches Gemüse für die Schulkantine liefert und gleichzeitig als Unterrichtsergänzung für die Schülerinnen und Schüler dient. Schuldirektor Bartayanan Naingar erzählt: «Dank Morija ist unsere Schule zu einem Vorbild geworden. Die Eltern engagieren sich stärker, die Lehrkräfte sind motivierter, die Kinder machen Fortschritte.»
Auch in den Familien ist die Veränderung spürbar. Jeannette, Grossmutter von drei Schulkindern, berichtet: «Durch die Kantine müssen die Kinder nicht mehr ermutigt oder gezwungen werden, in die Schule zu gehen. Früh am Morgen ziehen sie sich an und machen sich auf den Weg. Das entlastet auch die Eltern bei ihren täglichen Aufgaben.»
Die Dynamik hat die ganze Gemeinschaft erfasst. Célestin, der Sekretär des Elternvereins, betont: «Die Schülerinnen und Schüler helfen ihren Eltern jetzt zu Hause in ihren kleinen Gärten. Die Ernte des Schulgartens ist eine Finanzspritze für die Kasse des Elternvereins, und das Wasserreservoir hat uns ermöglicht, die Kosten für das Wasser zu reduzieren.»
Ein konkreter Einfluss auf den Alltag der Schülerinnen und Schüler
Die Folgen sind auch konkret im Alltag in der Schule zu erkennen. Die 11-jährige Lucienne erzählt: «Früher verrichteten viele Schülerinnen und Schüler ihre Notdurft draussen oder im Busch. Dank Morija haben wir jetzt zwei Toiletten mit getrennten Abteilen. Es ist sauber und die Jungen stören uns nicht mehr.»
Zur Erinnerung: Diese Toiletten sowie der Bau und die Versorgung der Kantine wurden mit dem Erlös einer «Chocolats solidaires»-Aktion von Schulen in Collombey-Muraz (VS) im Jahr 2024 finanziert.
Die König-Salomon-Schule ist nur eine von vier Einrichtungen, die aktuell von Morija im Programm der Regenbogenschulen betreut werden. Sie ist jedoch ein gutes Beispiel für die Vision, die dahintersteckt: Die Schulen sollen zu einem schützenden, gesunden, motivierenden und in seine Umgebung eingebetteten Lernort werden. Und für diese Schule, ebenso wie für viele andere, ist dies erst der Anfang.
Zeugnisse
Zeugnis von Bartayanan NAINGAR, Direktor der König-Salomon-Schule
«Ich bin Bartayanan NAINGAR, Direktor der König-Salomon-Schule. Vor der Unterstützung durch Morija hatten wir viele Schwierigkeiten: unvollständige Schuljahre, entmutigte Lehrkräfte, schwache Leistungen der Schülerinnen und Schüler, seltene und wenig konstruktive Generalversammlungen.
Seit Morija uns begleitet, hat sich alles verändert: Die Eltern zahlen die Schulgebühren besser, die Lehrkräfte sind motivierter, die Schülerinnen und Schüler machen Fortschritte und das Klima zwischen allen ist gut.
Unsere Schulgärten, die dank des von Morija installierten kleinen Wasserturms möglich wurden, wecken sogar die Aufmerksamkeit anderer Schulen. Die Begleitung durch das CPE und den Koordinator hat eine große Veränderung gebracht. Ich danke von Herzen Morija und seinen Partnern in Europa für diese wertvolle Unterstützung.»
Zeugnis von Lucienne, Schülerin an der König-Salomon-Schule

Ich heisse Lucienne MINGUEMADJI, bin 11 Jahre alt und gehe in die CM1-Klasse der König-Salomon-Schule. Ich habe eine große Schwester und zwei kleine Schwestern.
In der Schule lernen wir viele Dinge, aber am liebsten lese ich. Wie unser Lehrer oft sagt: «Lesen ist die Grundlage allen Wissens.» Es hilft uns, uns besser auf Französisch auszudrücken, neue Wörter zu entdecken und die Kulturen anderer Völker kennenzulernen.
Unser Klassenzimmer ist aus gebrannten Ziegeln gebaut. Die Dachbleche und Bänke sind abgenutzt. Wir sitzen zu fünft an einem Tisch: zwei Mädchen und drei Jungen. Die Wandtafel beginnt zu zerfallen und manche Stellen sind unlesbar geworden. Neben der Tafel steht ein alter Schrank, und auch der Tisch unseres Lehrers sowie sein Stuhl sind stark beschädigt.
In der Pause spiele ich gerne «Tokoli», ein Spiel mit Murmeln, die man in Löcher setzt. Man muss gut rechnen, um in einem Feld mit drei Murmeln zu landen und die letzte in der Hand zu behalten, um vier zu haben und zu gewinnen. Dieses Spiel hilft uns, unser Rechenvermögen zu entwickeln.
In den vergangenen Jahren hatten wir nur eine einfache Latrine, die von den Schülern gegraben und mit einem Secko-Zaun umgeben war. Viele verrichteten ihre Notdurft draussen. Die Kleineren (CP) gingen manchmal um die Klassen herum, und die Älteren (CM) zogen es vor, in den Busch zu gehen. In der Regenzeit reichte der Geruch bis in die Klassenräume, was uns unangenehm war.
In diesem Jahr haben wir dank der Unterstützung von Morija zwei Latrinen mit je zwei Abteilen: eines für Mädchen und eines für Jungen. Der Abfall um die Schule ist verschwunden, und wir müssen keine langen Strecken mehr zurücklegen. Besonders freue ich mich, dass die Mädchen ihre eigenen Latrinen haben: Die Jungen stören uns nicht mehr, wenn wir aufs WC gehen.
Mein Traum ist es, meine Ausbildung fortzusetzen, Ärztin zu werden und das Leben meiner Eltern zu retten.
Zeugnis von Célestin, Sekretär des Elternvereins der König-Salomon-Schule
«Ich heisse NGUETOLABYE Célestin und bin Sekretär des Elternvereins der König-Salomon-Schule. Wir wollten unseren Kindern schon immer eine gute Ausbildung ermöglichen, trotz der Schwierigkeiten des Bildungssystems im Tschad. Seit einigen Jahren nähern wir uns dank der Unterstützung von Morija unseren Zielen.
Für uns bedeutet Erfolg nicht nur, Beamter zu werden, sondern die eigenen Fähigkeiten im Alltag einsetzen zu können. Die von Morija bereitgestellten Kompostierungstechniken, Gartengeräte und das Wassersystem sind grosse Vorteile.
Heute helfen viele Schülerinnen und Schüler ihren Eltern zu Hause in ihrem kleinen Familiengarten, und die Einnahmen aus dem Schulgarten unterstützen die Kasse des Elternvereins. Der Wasserturm hat auch unsere Ausgaben für Wasser reduziert. Mehrere NGOs sind durch unsere Schule gegangen, aber Morija ist die einzige, die eine ernsthafte, nachhaltige und respektvolle Unterstützung unserer Vision bietet. Wir hoffen, diese Partnerschaft noch lange fortzuführen.»
Zeugnis von Jeannette, Grossmutter von drei Schülerinnen und Schülern der König-Salomon-Schule
«Ich heisse RONELYAM Jeannette und bin die Grossmutter von drei Kindern, die seit mehr als vier Jahren die König-Salomon-Schule besuchen.
Noch nie habe ich sie so motiviert gesehen, zur Schule zu gehen, wie in diesem Jahr. Mit der Schulkantine braucht man sie nicht mehr zu ermutigen oder zu zwingen: Schon am Morgen machen sie sich selbst fertig und gehen voller Begeisterung. An Kantinentagen essen sie weniger zu Hause, sodass wir manchmal die Familienmahlzeit reduzieren können. Das erleichtert unseren Alltag.
Ich danke Morija von Herzen für ihre Maßnahmen, die die Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler verbessern und zugleich den Eltern das Leben erleichtern.»
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