Im Medizinisch-Chirurgischen Zentrum (MCZ) von Kaya arbeiten einige Mitarbeitende weitgehend im Hintergrund und leisten dennoch einen entscheidenden Beitrag zur Qualität der medizinischen Versorgung. Einer von ihnen ist Nestor Sawadogo, Fachperson für Spitalhygiene. Er sorgt unter anderem für die Sauberkeit des Zentrums und die Sterilisation der Instrumente im Operationssaal.
Wie sind Sie zum Zentrum gekommen?
2006 musste ich meine Ausbildung unterbrechen, um nach dem Tod meines Vaters eine Arbeit zu finden und meine Familie zu unterstützen. Vier Jahre später hatte das MCZ gerade seinen Operationssaal fertiggestellt und suchte eine Fachperson für Spitalhygiene.
Ich nahm an der Eröffnung und am ersten chirurgischen Einsatz mit dem Team aus der Schweiz teil. Nach und nach lernte ich diesen Beruf – zunächst in der Praxis und später durch eine Ausbildung an der École Nationale de Santé Publique in Tenkodogo. 2012 bot mir Dr. Hügli eine feste Anstellung an, und 2013 erhielt ich mein Diplom.
Was hat Sie dazu bewogen, sich zu engagieren?
Die soziale Ausrichtung des Zentrums hat mich berührt, insbesondere die Unterstützung von Menschen mit Behinderung. Ich wollte meinen Beitrag leisten, damit die Kranken wieder gesund werden.
Ich habe miterlebt, wie stark sich das MCZ weiterentwickelt hat – beim Personal, bei der Infrastruktur, bei der Qualität der Behandlung und bei der Organisation.
Was genau gehört zu Ihren Aufgaben?
Ich kümmere mich um die Reinigung und Desinfektion der Räume und der medizinischen Geräte, um die Entsorgung medizinischer Abfälle, aber auch um die Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Begleitpersonen. Im Operationssaal bin ich vor allem für die Dekontamination und Sterilisation der chirurgischen Instrumente zuständig.
Ein Arbeitstag beginnt früh …
Ja! An Operationstagen beginne ich um 5.30 Uhr und arbeite manchmal bis 19 oder sogar 21 Uhr. Ich bereite die Instrumente und Desinfektionsmittel, die Operationssäle und die verschiedenen Räume vor.
Nach jeder Operation reinige ich die Säle und bringe die Abfälle zum Verbrennungsofen. Ausserdem kontrolliere ich die Geräte und Verbrauchsmaterialien und bereite die für Verbandswechsel verwendeten Instrumente auf.
Warum ist diese Arbeit so wichtig?
Hygiene trägt entscheidend dazu bei, Infektionen zu verhindern. Viele dieser wichtigen Arbeitsschritte bleiben für die Patientinnen und Patienten unsichtbar. Dennoch tragen sie unmittelbar zur Qualität und Sicherheit der Behandlung bei.
Was ist die grösste Herausforderung?
Die Arbeitsbelastung ist hoch: Wir sind nur zwei Fachpersonen für Spitalhygiene, während die Zahl der Operationen zunimmt. Ausfälle bestimmter Geräte, etwa der Autoklaven oder des Notstromaggregats, können unsere Arbeit zusätzlich erschweren.
Aber ich mache diese Arbeit gerne – insbesondere die Sterilisation!
Hat Sie eine Patientin oder ein Patient besonders geprägt?
Ja, Julien im Jahr 2015. Nach seiner Operation heilte seine Wunde nicht richtig. Er musste weitere Untersuchungen durchführen lassen und ein geeignetes Antibiotikum erhalten, doch seine finanzielle Situation erlaubte es ihm nicht, die Kosten zu tragen – selbst zum vergünstigten Preis, den das MCZ anbietet.
Gemeinsam mit der zuständigen Pflegefachfrau konnten wir erreichen, dass er finanzielle Unterstützung erhielt. Schliesslich wurde er wieder gesund, und wir blieben noch lange in Kontakt!
Was würden Sie denjenigen sagen, die Ihre Arbeit nicht sehen?
Es ist eine wichtige Arbeit, die fast unbemerkt bleibt, aber unverzichtbar ist. Ein Zentrum kann die kompetentesten Ärztinnen und Ärzte der Welt haben – ohne Hygiene und Sterilisation ist eine sichere Behandlung nicht möglich.
Hygiene und Sterilisation schützen die Patientinnen und Patienten und tragen entscheidend zum Erfolg der Eingriffe bei.
Schreibe einen Kommentar