Durchfallerkrankungen sind in Burkina Faso weiterhin eine der Hauptursachen für die Sterblichkeit von Kleinkindern. Doch eine einfache Geste kann helfen, die Infektionen, die dazu führen, um 30–50% zu senken: sich die Hände mit Seife waschen. Diese Massnahme wird häufig als die «beste Impfung gegen Durchfall» bezeichnet und ist eine der leichtesten und gleichzeitig wirksamsten, um Leben zu retten.
Neue Gewohnheiten etablieren
Durch das Programm für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene sensibilisiert Morija die Bevölkerung konkret und unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten. Und dies mit einem klaren Ziel: nachhaltig neue Gewohnheiten für die entscheidenden Etappen des Alltags zu etablieren. Die Begünstigten lernen, sich vor dem Kochen und dem Essen, bevor sie ein Kind füttern, aber auch nach dem Toilettengang, dem Wickeln eines Babys oder nach einer schmutzigen Arbeit die Hände zu waschen.
Damit dies auch praktisch umsetzbar ist, installiert Morija gleichzeitig Händewaschanlagen, unter anderem in den Schulen. Sie sind mit einem Hahn mit Tropfaufsatz ausgestattet, damit möglichst viel Wasser gespart und gleichzeitig der Zugang zu guter Hygiene erleichtert wird.
Seifenherstellung
Den Schulen kommt in unserer Strategie eine zentrale Rolle zu. Durch die Sensibilisierung der Kinder investieren wir in Akteure der Veränderung, die diese Massnahmen an ihre Familie weitervermitteln können.
Dabei steht auch ein entscheidender Punkt im Fokus: Ohne Seife ist das Händewaschen viel weniger effizient. In vielen Situationen ist Seife jedoch schwer zu finden oder zu teuer für die Familien.
Deshalb gehen wir noch einen Schritt weiter und fördern die lokale Seifenherstellung. Im Rahmen der Schulungen Programms « Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder » sowie der Erwerbstätigkeiten auf dem Land lernen die Frauen, wie man Seife herstellt. Sie erwerben konkretes Know-how, um aus lokalen Rohstoffen wie Kariténüssen Seife, aber auch Öl und Salben, die teurer verkauft werden können, anzufertigen.
Diese Schulungen verbessern einerseits die Hygiene in den Familien und andererseits die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Teilnehmerinnen. In Yagma am Stadtrand von Ouagadougou fand im Oktober 2025 ein Seifenworkshop statt, und die Teilnehmerinnen erhielten zusätzlich ein Produktionsset.
Die Sensibilisierung ist ebenfalls in die Schulungen zur Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder integriert, denn durch ANJE erhalten die Mütter praktische Tipps, um die Gesundheit ihrer Kinder zu schützen, unter anderem, indem sie grundlegende Hygienemassnahmen im Alltag umsetzen.
Das Ziel: gesunde Kinder
In der «Harmonie»-Schule sind diese Massnahmen bereits zur Gewohnheit geworden. Schuldirektor Ouattara Aboubacar berichtet: «Früher benutzten unsere Schülerinnen und Schüler Eimer, um sich die Hände darin zu waschen, was zu Hygieneproblemen führte. Heute kann sich jedes Kind dank der von Morija installierten Anlage mit mehreren Wasserhähnen nach dem Sport, vor dem Unterricht sowie vor und nach dem Essen die Hände waschen. Das Wasser wird nicht mehr verschwendet. Das ist eine riesige Erleichterung für unsere Schule.»
Durch solche einfachen Initiativen, die zugleich grosse Wirkung zeigen, trägt Morija dazu bei, die Übertragungskette der Krankheiten zu durchbrechen und den Kindern eine gesündere Zukunft zu ermöglichen.
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