Wenn Hoffnung sich dem Leiden entgegenstellt

Morija
  • 10. März 2026
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Denis Sawadogo stammt aus Kongoussi im Norden Burkina Fasos. Die unsichere Lage und die Armut seiner Familie hinderten ihn daran, seinen Traum verwirklichen zu können: Statt an der Uni zu studieren, war er gezwungen, in einer Goldmine zu arbeiten. Mit 31 Jahren erlebt er abermals eine Tragödie, die sein Leben verändert: Am 26. Januar 2025 verletzt er sich bei einem Motorradunfall schwer am rechten Knöchel. Es ist ein offener Bruch, der ihm starke Schmerzen bereitet.

Zunächst wird Denis im regionalen Gesundheitszentrum behandelt und operiert, um den gebrochenen Knochen zu stärken. Doch die Wunde verheilt nicht.

Schlimmer noch: Sie infiziert sich und die Schmerzen werden stärker, bis sie kaum mehr auszuhalten sind. Denis’ Familie kümmert sich zwar liebevoll um ihn, aber die Wochen vergehen, ohne dass sich sein Zustand bessert. Im Gegenteil: Die Infektion verschlimmert sich und die Hoffnung auf Heilung schwindet von Tag zu Tag.

Im Mai 2025 wird Denis ans Medizinisch-Chirurgische Zentrum (MCZ) in Kaya überwiesen. Die Diagnose ist eindeutig und hart: Eine Amputation ist unvermeidbar.

Denis braucht drei Monate, um sich damit abzufinden, hin- und hergerissen zwischen Angst und Trauer, umsorgt von seiner Familie. «Zu akzeptieren, einen Teil meines Körpers zu verlieren, ist das Schwierigste, was ich je erlebt habe», verrät er. Im September wird Denis operiert und bleibt dann mehr als einen Monat lang im Spital. «Ich fühlte mich dort wohl, das Personal behandelt alle Menschen mit Würde.»

Im Januar 2026 erhält Denis eine Prothese und beginnt mit der Rehabilitation.

Die ersten Schritte sind zögerlich, doch nach und nach gewinnt er an Sicherheit. Heute kann er ohne Krücken laufen. Auf den ersten Blick ist seine Behinderung praktisch unsichtbar!

«Wenn man nicht mehr laufen kann und es dann wieder lernt, dankt man Gott», erzählt er, tief bewegt.

Denis wird zwar nicht mehr in den Minen arbeiten können, aber er ist wieder eigenständig. Um ein neues Leben zu beginnen, möchte er ein Geschäft eröffnen.

Denis hofft, dass das MCZ von Morija sich weiter entwickeln und noch vielen anderen Menschen helfen kann. «Wäre ich nach meinem Unfall sofort ins Zentrum gekommen, hätte ich meinen rechten Fuss wohl heute noch!»

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