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Suzi und Maurice Droz haben sich auf den ersten
Blick in Afrika "verliebt". 1974 übernahmen sie die Leitung
eines Waisenhauses in Burkina Faso, aber danach gründeten sie der
Reihe nach das Hilfszentrum für Waisenkinder (HZW) und das Berufsausbildungszentrum
(BAZ) in Kaya. Heute lebt das Rentnerehepaar Droz wieder glücklich
in der Schweiz. Als Anekdote mache ich Sie darauf aufmerksam, dass ihr
Adoptivsohn, Guetaouendé Sawadogo mit der Leitung des BAZ betraut
wurde. Sehr bewegt erzählt uns Suzi die ersten "Schritte"
von Morija.

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Suzi Droz, gemeinsam mit ihrem Mann verantwortlich
fürs Waisenhaus in Kaya im 1979, erzählt von den Anfängen
von Morija.
Morija ist 22 jährig, «c’est magnifique»!
Aber ich hoffe, Sie verzeihen mir, wenn ich die Geschichte auf eine andere
Weise betrachte. Ich bin ein bisschen wie ein
Alpinist, der erschöpft den Gipfel erreicht hat, sich umdreht, ins
tiefe Tal schaut und dabei in Gedanken den ganzen Aufstieg noch einmal
durchlebt. Beim Rückblick auf den Werdegang von Morija bin ich auf
der Suche nach tiefen in meinem Gedächtnis vergrabenen Erinnerungen.
Genau, vor 1979 hat alles angefangen! Ohne zu waghalsig zu sein, würde
ich sagen, dass die "Dauer der Schwangerschaft" 5 Jahre dauerte,
bevor die konstituierende Versammlung stattfand.
1973 hatte der heutige Direktor und damals junge Michel Raboud Mitgefühl
mit der notleidenden äthiopischen Bevölkerung – welche
einer schrecklichen Hungersnot ausgesetzt war – und kam auf die
Idee, Bouillon zu Gunsten der Notleidenden der Welt zu verkaufen. Drei
Tage lang verkaufte er mit einer Gruppe von Freunden Becher mit Bouillon,
was 4'200 SFr. einbrachte. Natürlich war das nur ein kleiner Tropfen
auf einen heissen Stein, aber für den Armen, der in Afrika davon
begünstigt werden konnte, war das eine gesegnete Wohltat; das können
Sie mir glauben!
Eines Tages sagte Michel zu mir : « Weisst du, Suzi, eines Tages
werde ich dich in Afrika unterstützen": Scherz, Spass oder Intuition,
wer weiss Maurice und ich hatten damals sehr grosse Lust, nach Afrika
in Mission zu gehen, aber es war noch nichts entschieden. Es war mehr
Wunsch als Wirklichkeit und ich erinnere mich noch, dass wir damals in
diesem Moment über Michels Bemerkung lachten
Aber einige Monate später ging alles sehr schnell. Im Juni 1974 suchte
die Organisation IMA (Internationale Missionallianz) einen Vater und eine
Mutter, welche sich um ein Waisenhaus in Kaya im damaligen Haute-Volta
(jetziges Burkina Faso) kümmern sollten. Ohne grosse Hoffnung haben
wir postuliert ... und wir wurden engagiert.
Als wir in Kaya eintrafen, stellten wir sofort fest, dass die Waisen,
um welche wir uns kümmern sollten, nicht genügend Platz hatten
und dass ein neues Gebäude gebaut werden musste. Leider hatten das
IMA und wir selbst kein Geld, um mit den kostspieligen Bauarbeiten zu
beginnen. Damals sagte man uns : "Wenn sie gläubig sind, können
Sie auch bauen!"
Mit diesen ermutigenden Worten machten wir uns an die Arbeit und hofften
auf ein Wunder. Gerade hatten wir mit den Bauarbeiten begonnen, als man
uns eines Tages mitteilte, dass ein Spender uns 10'600.- Schweizer Franken
überweisen wird. War das möglich! Ist das auch kein Irrtum?
Nach Erkundigungen sagte man uns, dass das kein Versehen war und dass
wir wirklich über diese Summe verfügen können. Motiviert
durch das Ehepaar Raboud, hat eine ganze Gruppe von Personen eine neue
"Operation Bouillon" organisiert, um uns zu helfen, damit wir
dieses so ersehnte Waisenhaus errichten können. Der Ertrag dieses
Bouillonverkaufes deckte die Hälfte der Baukosten; was für ein
Geschenk des Himmels!
Und dieser kleine Same von Mitgefühl begann zu wachsen, wurde grösser
und trug bald Früchte. Noch heute ernährt und stillt er den
Durst zahlreicher Bedürftiger. Vor allem möchte ich, dass man
sich an eine ganz wichtige Episode erinnert. Während dieser 5 jährigen
"Schwangerschaft" hat sich ein junges Ehepaar mit all seinen
Kräften eingesetzt. Es opferte seine freie Zeit, seine Samstage,
um von Tür zu Tür verschiedenste Produkte zu verkaufen. Es ist
nicht immer leicht, an fremden Türen zu klingeln, denn man fürchtet
jedes Mal, dass man angefahren oder hinausgeschmissen wird. Das Wichtigste
aber ist, dass sie es geschafft haben, jeden Samstag bei jedem Wetter
unterwegs gewesen zu sein.
Die bescheidenen Erträge dieser Verkäufe ermöglichten,
dass ein kleiner Teil des menschlichen Elends gelindert wurde, von welchen
die Medien täglich berichteten. Nebenbei gesagt, Frau Raboud, die
damals hochschwanger war, kam nach einem anstrengenden Verkaufstag nach
Hause, bekam Wehen und kam gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus zur
Entbindung. Es soll bloss keiner kommen und sagen, dass nichts von der
Jugend zu erhoffen ist!
1984 wurde ein weiterer Schritt getan. Überzeugt davon, dass es nichts
nützt, Säuglinge zu retten, wenn diese später, wenn sie
erwachsen sind, über keinerlei Mittel verfügen - um für
sich selbst aufkommen zu können - verliessen wir das Waisenhaus und
beschlossen, uns ganz speziell der Berufsausbildung der Waisen zu widmen.
Zuerst kauften wir eine 500m2 grosse Konzession, auf welcher sich ein
kleines "Banco"-Haus befand und einige verlassene Räume.
Unsere ganzen Ersparnisse gaben wir dafür aus und mit einiger Beunruhigung
sahen wir der Zukunft unseres Projektes entgegen. Die Kosten für
die Werkstatt und der Kauf von Werkzeugen überschritten beträchtlich
unsere Geldmittel. Dieses Mal konnten wir auf keine Hilfe zählen.
Wie sollte es in dieser prekären Lage weitergehen? Wer könnte
uns unterstützen? Sie haben es sicher schon geahnt: Morija ! Und
von diesem Tag unterstützte Morija unsere Arbeit zu Gunsten der Waisen
und der Mittellosen.
Seitdem ist aus dem « Baby » ein « Erwachsener »
geworden. Auch seit 22 Jahren hat sich der Einsatz von Michel und Christiane
Raboud nicht vermindert. Tag für Tag machen sie weiter im «Kampf»
für die Verbesserung der Lebensbedingungen im Sahel. In meinem Herzen
werde ich nie den Mut und die Freude dieses jungen Ehepaares ergessen,
das voller Mitgefühl sich selbstlos für andere zur Verfügung
stellte. All denjenigen, die gehandelt haben, die noch heute für
Morija arbeiten, sowie allen Spendern, die treu auf die Hilferufe von
Morija geantwortet haben, möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen.
Suzi Droz.
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