- Intro- | von Michel Raboud | von Suzi Droz

 

Nach einer sehr bewegten Jugendzeit, voller Zweifel und Hoffnungslosigkeit, ohne Perspektive im Dunkeln tappend, durfte ich 1973 erleben, wie Gott der Herr mir begegnete und mir ein neues Leben schenkte. Er umgab mich mit Seiner Liebe, berührte mein Herz und erfüllte mich mit seiner Barmherzigkeit meinen Mitmenschen gegenüber. In diesen gesegneten Momenten erfuhr ich, dass drei Dinge wichtig sind; der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Die Verzweiflung und die Einsamkeit hatten keine Macht mehr über mich, denn ich wusste , dass es keine grössere Liebe gibt, als sein Leben für andere hinzugeben. Natürlich konnte das nicht an einem Tag vollbracht werden.


 

Michel Raboud, der Gründer und Direktor von MORIJA berichtet von den Anfängen der Hilfsorganisation.


Mein Leben nahm ruhig seinen Lauf, als mich eines Tages ein Notruf der Medien zutiefst erschütterte. Äthiopien siechte dahin, weil dort eine der schrecklichsten Hungersnöte herrschte. Konnte man einfach Männer, Frauen und Kinder so sterben lassen, ohne zu helfen ? Natürlich nicht. Mit einigen gleichgesinnten Freunden beschlossen wir, Geld zu sammeln zugunsten der grundsätzlichsten Aufgabe – Menschenleben zu retten. Die durch unsere Aktion erreichte Summe von 4'237.- Schweizer Franken, diente zum Kauf und der Verteilung von Nahrungsmitteln in Äthiopiene.

Dann, im Lauf der Monate und Jahre, erhielten wir zahlreiche Hilfegesuche von Kirchen und christlichen Vereinigungen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchten wir immer auf diese Gesuche einzugehen. Doch um das bewältigen zu können, musste unsere kleine Mannschaft leistungsfähiger werden. Also wurde am 8.8.1979 der Verein gegründet namens Morija, «der Herr wird versorgen». Die Mitglieder des Vorstandes legten Statuten und Ziele fest: «Dem Waisenhaus in Kaya /Ober Volta (heute Burkina Faso) und im Allgemeinen den Waisenkindern des Sahels Hilfe zukommen zu lassen». Lesen Sie mehr über diese Zeit von Susi Droz, Leiterin des Waisenheimes damals.

Seit dieser Zeit hat sich Morija immer weiterentwickelt, neue Projekt sind entstanden. Mehrere Mitarbeiter wurden angestellt um mich und meine Frau in der Arbeit zu unterstützen. Die Räume wurden zu eng und wir sind seither schon vier Mal umgezogen. Die Statuten sind Schritt für Schritt den Begebenheiten angepasst worden. An der Generalversammlung vom 9.3.1985 wurde eine grössere Anpassung bezüglich Zielen/Statuten von der Generalversammlung verabschiedet. Seither kümmert sich Morija nicht nur um Waisenkinder, sondern um generell Bedürftige aus Afrika, besonders aus dem Sahel.

Heute, nach 22 jähriger Existenz, arbeiten 4 Leute in den Büros in Collombey VS, Schweiz, die 14 Projekte unterstützen. Dazu kommen temporäre Hilfskräfte nach Bedarf. Das Budget beläuft sich auf rund CHF 1'300'000 jährlich.

Lesen Sie auch den Jahresrapport 2000.

Michel Raboud