Der Weltumwelttag ist der wichtigste von den Vereinten Nationen begangene Tag zur Förderung der Sensibilisierung für Umweltschutz und den damit verbundenen weltweiten Aktionen.

Morija ist auf diesem Gebiet mit ihren Projekten aktiv, indem sie sich besonders der Wiederherstellung von Ackerböden, nachhaltigen Anbaumethoden und der Erhaltung der Biodiversität verschrieben hat.

Das Projekt Von Hecken durchzogene Familienfelder (HFF) bringt beispielsweise die Begünstigten dazu, den Einsatz von chemischen Mitteln wie Pestiziden stark einzuschränken und stattdessen biologischen Behandlungen den Vorzug zu geben.

Der Befund: intensiver Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Das Interventionsgebiet des HFF-Projekts umfasst sieben Dörfer rund um Nobéré und ist vorrangig vom Baumwollanbau geprägt. Baumwollpflanzen sind sehr empfindlich für den Schädlingsbefall, was die Landwirte dazu verleitet, Pestizide und Insektizide intensiv zu verwenden. Das Problem dabei ist, dass sich diese Praxis bei den Landwirten weithin durchgesetzt hat und sie diese schädlichen und für bestimmte Anbaukulturen ungeeigneten Mittel auch für Nahrungsmittelpflanzen verwenden wie zum Beispiel Mais.

Während traditionelle chemische Düngemittel oft sachgemäss von den Landwirten eingesetzt werden und selbst bei einer Überdosierung teilweise von der Natur aufgenommen werden können, beinhalten Insektizide und Pestizide hingegen Inhaltsstoffe, die kaum natürlich abbaubar sind. Diese Moleküle versickern im Boden, gelangen ins Grundwasser und zerstören damit einen grossen Teil der Fauna, die für einen gesunden Boden unverzichtbar ist.

Die steigende Verseuchung der Böden somit auch des Wassers durch Moleküle aus Pflanzenschutzmitteln ist kein reines Umweltproblem, sondern betrifft auch die öffentliche Gesundheit. Zu diesen indirekten Auswirkungen kommen noch Gesundheitsprobleme, die sich auf fehlende Schutzmassnahmen beim Einsatz der chemischen Mittel zurückführen lassen. So gab es in der Region einen starken Anstieg von Haut- und Augenkrankheiten sowie Fehlbildungen.

Eine Lösung: ein natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel
Um das Problem zu bekämpfen, hat das Fachpersonal des HFF-Projekts den Begünstigten angeboten, eine ökologisch verantwortungsbewusste Methode für die Behandlung von Anbaukulturen insbesondere für den Gemüseanbau während der Regenzeit anzuwenden. Diese Methode wird im Erntejahr 2017 getestet und greift die in Burkina Faso bekannten Wirkungsweisen von Neemsamen und Papayablättern – eine Baumart, die im Land sehr verbreitet ist – auf.
So erhält man ein effizientes Schädlingsbekämpfungsmittel, das mit erneuerbaren, natürlichen Erzeugnissen hergestellt werden kann, die vor Ort vorhanden sind. Es wird auf die Pflanzen gesprüht und vertreibt Insekten dank des Geruchs von Neem und der glatten Schicht, die sich durch die Seife auf der Blattoberfläche bildet. Der Papayaextrakt hilft, die Blätter zu stärken.

Herstellung von 10 Litern Pflanzenschutzmittel: 500 Gramm Neemsamen werden mit 8 Litern Wasser und einem Liter Papayablätterextrakt gemischt. Darin werden 10 Gramm der ortsüblichen Seife aufgelöst.

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